Schulqualität mit Brief und Siegel

Effizienter, transparenter und stets offen für weitere Verbesserungen: So will die Staatliche Feintechnikschule mit Technischem Gymnasium in VS-Schwenningen künftig arbeiten. Alle internen Abläufe von Info-Veranstaltungen bis hin zur Schülerförderung sind jetzt genau festgelegt und dokumentiert worden.

Das erarbeitete Handbuch, das ausgedruckt mehrere Büro-Ordner umfassen dürfte, ist das Herzstück eines Qualitätsmanagements gemäß ISO 9001.

Und wie es dieser Industriestandard verlangt, hat die Schule ihr Konzept auch von der neutralen Kontrollagentur „AgenturQzert“ von Südwestmetall und IG Metall bestätigen lassen. Das ist bislang einmalig im Regierungsbezirk Freiburg, wie Kultusministerin Marion Schick gestern beim Festakt lobte.

Das im schulinternen Intranet abrufbare Handbuch legt nun zum Beispiel fest, in welchem Rahmen Elternabende statt finden. Und es steht etwa drin, dass die Lehrer die Leistungen ihrer Schüler auch unterjährig - neben den Halbjahres- und Schuljahreszeugnissen – alle sechs bis acht Wochen genauer in Augenschein nehmen: Falls da manche nachzulassen scheinen, geht die Schule auf die Schüler zu. „Das kann zum Beispiel heißen, dass wir dann einen Mathematik-Stützkurs anbieten“, sagte gestern der stellvertretende Schulleiter Thomas Ettwein.

Aber haben sich die Lehrer denn nicht auch bisher um ihre Schüler entsprechend gekümmert? „Klar, natürlich“, so Ettwein, „aber jetzt geschieht dies alles auf einer systematischeren Grundlage“. Bislang mündliche Absprachen gerieten so auch nicht mehr in Vergessenheit. Das gebe den Lehrern auch mehr „Handlungssicherheit“.

Erarbeitet wurde das Ganze in gut einem Jahr von internen Arbeitsgruppen, erläuterte Schulleiterin Annemarie Conradt-Mach.

Dabei konnte die Schule von ihren Vorarbeiten für das bereits erworbene Gütesiegel „Operativ eigenständige Schule“ (OES) profitieren. Moderatoren vom Regierungspräsidium sowie Rat von Partnerfirmen halfen jetzt bei der ISO-Zertifizierung, die nun drei Jahre lang jährlich wiederholt werden muss. Das sei wichtig für die Feintechnikschule, die engen Kon-takt zu etwa 70 Firmen der Region pflegt: „Wir wollen unseren Partnern auf Augenhöhe begegnen“, so Conradt-Mach.

„Das ist keine einmalige Sache, sondern es geht um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, betonte Ettwein. Auch dieser ist im Handbuch festgelegt: So wird jeder Vorschlag eines Schülers von der Schulleitung geprüft, der Schüler erhält eine Rückmeldung und für die beste Idee gibt es eine Prämie von 50 Euro. Apropos Geld: Rund 9000 Euro kostet die Zertifizierung, die Summe konnte die Feintechnikschule nur dank ihres Förderkreises stemmen.

Das Bestätigungszertifikat wurde gestern vor rund 120 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bildungswesen der Region überreicht, darunter auch Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel als langjähriger Förderer der Feintechnikschule. Kultusministerin Marion Schick nannte die Feintechnikschule „ein Kleinod in der Bildungslandschaft des Schwarz-wald-Baar-Kreises“, das mit seiner freiwilligen Zertifizierung ein „tolles und beispielgebendes Ergebnis“ erreicht habe. Gleichwohl betonte die Ministerin die Freiwilligkeit: Sie wolle auf keinen Fall jetzt alle Schulen „mit so einem Regelwerk überziehen“, das wäre „gruselig“, sagte sie wörtlich. Schulen seien keine Produktionsstätten für den „Rohstoff Bildung“, hier gehe es auch um Herzens- und Charakterbildung: „Bildung ist mehr als bloße Qualifi-kationen“, betonte Schick. Die Leistung der Feintechnikschule liegt aus Schicks Sicht vor allem in der Grundhaltung, mit der Schule das Projekt anpackte: Die Schule habe den Mut gezeigt, sich einer Herausforderung zu stellen, und die Souveränität bewiesen, sich von außen bewerten zu lassen: „So eine Souveränität wünsche ich mir von allen Schulen“.

Text: Südkurier - Ausgabe 18.01.2011
Fotos: H. Schlaps, FTS



Cisco – CCNA

NSI

GirlsDay

STEBS

Teleteaching

Junior-Ingenieur-Akademie (JIA)

OES - Die Feintechnikschule ist Modellschule

OPEN SCHOOLS OF WATCHMAKING (OSOW)

Technische Gymnasiasten "studieren" an der Fachhochschule

Arbeitsplattform Moodle

CAD/CAM-Systeme

RoboCup (Roboter Wettrennen)

Spielerischer Einstieg in die Informatik mit „CyberNixe“

Kinderuni an der Feintechnikschule

BoriS: Berufswahl-Siegel für 17 Schulen in der Region verliehen

Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA)

MicroMountains Network e.V.

Cisco-FJP

MINT-freundliche Schule

Zertifizierung als CSWA-Provider

Schulqualität mit Brief und Siegel

Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bildungswesen der Region, darunter auch Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel als langjähriger Förderer der Feintechnikschule



Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick hielt die Festrede



Erhard Pusch und Hans-Joachim Hoos von der AgenturQ bei der Übergabe des Zertifikats an Schulleiterin Dr. Annemarie Conradt-Mach und ihren Stellvertreter Thomas Ettwein (von rechts)